Techniken

Im allgemeinen unterscheiden wir unter Tiefdruck.- und Hochdrucktechniken:

Hochdruckverfahren: Der Hochdruck ist das älteste Druckverfahren. Das klassische und in Europa Johannes Gutenbergzugeschriebene Verfahren ist der Druck mit beweglichen Lettern. Die druckenden Teile sind erhaben. Abgedruckt werden nur die hochstehenden Linien, Stege oder Flächen der Druckform. Es ist ein direktes Druckverfahren, das heißt, die Druckplatte gibt die Farbe direkt auf den Druckträger, z. B. Papier ab. Druckträger sind entweder Einzellettern, gegossene Schriftzeilen oder Klischees.

Tiefdruckverfahren: Das Tiefdruckverfahren ist eine Drucktechnik, bei der die abzubildenden Elemente als Vertiefungen in der Druckform vorliegen. Die gesamte Druckform wird vor dem Druck eingefärbt und die überschüssige Farbe danach mit einer Rakel oder einem Wischer entfernt, so dass sich die Druckfarbe nur noch in den Vertiefungen befindet. Ein hoher Anpressdruck und die Adhäsions­kräfte zwischen Papier und Farbe bewirken die Farbübertragung. Das Verfahren wird sowohl im gewerblichen Tiefdruck als auch im künstlerischen Bereich eingesetzt.[1]

Die Tiefdruckform wird vor allem im Verpackungs-, Etiketten-, Dekor- und im Zeitschriftendruck eingesetzt. Die Lasergravur in Kombination mit dem Ätzprozess findet im Verpackungsdruck Anwendung. Zum Einsatz kommen Standard-PCs und anwendungsspezifische Programme. Zur Datensicherung stehen Datenserver mit entsprechender Kapazität zur Verfügung.

 

Die einzelnen Drucktechniken:

Radierung: Für den Tiefdruck werden der glatten, ebenen Oberfläche einer Druckplatte Verletzungen in Form von Linien oder Punkten zugefügt (Radieren). Dazu verwendet man die Radiernadel.Es gibt zwei prinzipiell verschiedene Arten von Radierung, was die Herstellung der Druckplatte betrifft:

  • Bei der Kaltnadelradierung wird die Zeichnung mit einer Radiernadel aus härtestem Stahl direkt auf der Druckplatte ausgeführt. Dabei können verschiedene Tiefen erzeugt werden, von zartesten Linien bis zu stärkeren Furchen mit aufgeworfenen Rändern, die viel Farbe aufnehmen und beim Drucken eine stärkere Schwärzung ergeben. Eine Ätzflüssigkeit wird nicht verwendet.
  • Bei der Ätzradierung wird die Zeichnung in eine zunächst auf die Platte aufgebrachte relativ weiche Abdeckschicht gekratzt. Anschließend wird die Platte mit einer Ätzflüssigkeit geätzt, wobei nur die Stellen angegriffen werden, an welchen die Deckschicht verletzt wurde. Nach dem Spülen der Platte wird die Deckschicht entfernt.

Die Druckplatte behält nach der Verletzung die ebene Form bei. Die bei der Verletzung entstandenen Vertiefungen der Platte können Druckfarbe aufnehmen, wenn man die gesamte Platte einfärbt und mit einem Lappen oder ähnlichem die auf der glatten, unverletzten Oberfläche stehende Farbe wieder abwischt. Durch Aufpressen eines angefeuchteten Papiers wird die Farbe aus den Vertiefungen und Rillen wieder herausgesaugt und erscheint auf dem Druckpapier. Im Gegensatz zu den Hochdruckverfahren setzt der Tiefdruck die Benutzung einer Walzendruckpresse voraus. In der Regel ist die Druckplatte ca. 1–2 mm dick.

Für die Radierung sind alle glatten Materialien geeignet, die verletzbar sind und mit meist terpentin- oder wasserlöslicher Farbe keine feste Verbindung eingehen:
Die Druckplatten bestehen überwiegend aus Kupfer, oft auch aus Zink oder Messing. Eisenradierungen (nicht zu verwechseln mit dem Stahlstich!) wurden in den Anfängen der Technik hergestellt, sind jedoch heute kaum noch gebräuchlich. Es werden auch andere Materialien wie Kunststoff als Ausgangsmaterial für Radierungen verwendet. Moderne Methoden des Non-toxic-printing verwenden vorbeschichtete Platten, die mit einer lichtempfindlichen Fotopolymerschicht überzogen sind. Dabei muss die Platte selbst nicht mehr geätzt werden. Es kann direkt von der Beschichtung gedruckt werden. Diese Platten werden auch in den fotografischen Edeldruckverfahren verwendet.

 

Kaltnadelradierung: Bei der Kaltnadelradierung wird die Zeichnung unter Kraftaufwand mit einer in Holz gefassten Stahlnadel oder einer aus massivem Stahl bestehenden, etwas schwereren Radiernadel direkt in die Druckplatte (Kaltverformung des Metalls) eingeritzt. Dabei bewirkt ein stärkerer Druck der Nadel auch eine stärkere Linie. Das Eigengewicht der massiven Radiernadel erleichtert dabei etwas die Zeichenarbeit, die wegen des Metallwiderstandes mit Kraftaufwand verbunden ist. Zu beiden Seiten der Rillen stellt sich das verdrängte Material auf und bildet einen scharfen Grat (der beim Kupferstich als Span entfernt wird). Alle Flächen bestehen aus einer Konzentration von vielen Linien. Es folgt keine Ätzung. Auf die Platte wird anschließend wie bei der Radierung vollflächig Druckfarbe aufgetragen und anschließend wieder blankgewischt. Dabei bleibt im feinen Grat neben der eigentlichen Linie zusätzlich zur Rille Farbe haften. Auf dem Abzug zeigt sich dann der Strich als erhöhte Farbablagerung, der Grat als feiner Einschnitt, der zuweilen sogar weiß bleibt und eine sich dem Grat anschließende samttonige Verschattung, die die Farbe wiedergibt, die beim Wischen an den Außenseiten des Grates haftengeblieben ist. Die dadurch entstehende malerische Wirkung ist das Erkennungsmerkmal gegenüber dem geätzten Strich der Radierung.

Zur Kaltnadelradierung gehört auch die Bearbeitung der Platte mittels Mouletten und Rouletten. Besonders feine Linien und Grauwerte lassen sich mit einem gefassten Diamanten erzielen.

Die Technik besitzt hohe künstlerische Bedeutung, da sie die subjektive Persönlichkeit des Künstlers und dessen Expression mitteilt. Sie wurde um 1480 erstmals vom Hausbuchmeister eingesetzt. Rembrandt kombinierte die Kaltnadel mit der Ätzradiertechnik und verbreiterte und verband auf diese Weise meisterhaft das Tonwertspektrum beider Drucktechniken. Im 18. Jahrhundert führten Jacques-Philippe Le Bas und seine Schüler die Verbindung von Kupferstichtechnik und der Überarbeitung mit der Kaltnadeltechnik zur Vollendung. Im 20. Jahrhundert war es neben Edvard Munch, Ernst Ludwig Kirchnerund Max Beckmann vor allem Picasso, der mit dieser Technik eindrucksvolle Werke schuf.

 

Aquatinta: Die Aquatinta, auch als Tuschätzung, Bistermanier oder Ätzlavierung bezeichnet, ist ein spezielles Verfahren der künstlerischen Druckgrafik, bei der über Flächenätzung Halbtöne erzeugt werden. Sie gilt als eine der malerischsten Tiefdrucktechniken.Die Aquatinta-Technik wurde zwischen 1765 und 1768 von Jean Baptiste Leprince erfunden und von Künstlern wie Francisco de Goya, Joan Miró und Hans Körnig intensiv genutzt. Vielfach wird das Aquatinta-Verfahren mit der Radierung kombiniert. Die im Aquatinta-Verfahren ausgeführten Graphiken ähneln lavierten Tuschezeichnungen.

 

Vernis Mou: Bei der Weichgrundätzung wird ein wachsweicher Säureschutz auf die Druckplatte aufgebracht. In diesen „weichen Grund“ kann man nun strukturierte Gegenstände pressen, deren Oberflächenstruktur den Lack abhebt und zur Ätzung freilegt. Für die Zeichentechnik legt man ein weiches Zeichenpapier auf den Abdecklack und zeichnet das Motiv darauf. Dabei drückt sich der Strich in den weichen Grund. Zieht man dann das Papier ab, so wird an den Druckstellen der Säureschutz von der Platte gehoben, nun wird die Platte mit Salpetersäure (bei Zinkplatten) oder Eisen(III)-chlorid (bei Kupferplatten) geätzt. Das Ergebnis ist ein weicher, malerischer Strich. Sowohl der Charakter des Zeichenstiftes als auch die Körnung des aufgelegten Papiers bleiben im Druck erhalten.

Der Schweizer Dietrich Meyer soll um 1620 als Erster damit begonnen haben, dem harten Ätzgrund Fett zuzusetzen. Félicien Rops hat diese Technik um 1860 wiederentdeckt und neu belebt. Weichgrundätzungen ermöglichen auch das Abreiben oder das Durchdrücken von Textilstrukturen. Dies wurde beispielsweise von Käthe Kollwitz praktiziert.

 

Monotypie:  Monotypie ist ein im 17. Jahrhundert wohl von Giovanni Benedetto Castiglione (1616–1670) erfundenes Verfahren der Bildenden Kunst.

Statt auf Papier oder Leinwand wird auf Glas-, Igelit-, Acryl– oder Metallplatten gezeichnet oder gemalt und, solange die Farbe noch feucht ist, mittels Presse oder Handabreibung auf das Papier gedruckt. Geschieht das mit einer Druckpresse, hat der Abzug einen Plattenrand wie ein Tiefdruck.

Die Bildgestaltung erfolgt als Druckvorgang entweder durch selektives Auftragen der Farbe oder durch selektives An- beziehungsweise Durchpressen des Druckstoffes etwa eines dünnen Papiers. Das Motiv wird mit feuchter Farbe auf Metall gemalt, der Abzug angefertigt, während die Farbe noch nass ist.

Eine alternative Monotypietechnik funktioniert folgendermaßen: Auf eine absolut gleichmäßig mit einer Druckfarbe (zum Beispiel Offsetdruckfarbe, als Rest in einer Druckerei erhältlich) eingewalzte Glas-, Stein- oder Acrylplatte wird ein sehr dünnes Papier gelegt. Auf der Ober- (eigentlich Rück-) seite des Papiers wird das Motiv gezeichnet.

Es kann vor dem Auflegen auf die eingewalzte Platte vorgezeichnet werden. Weiche Zeichengeräte, beispielsweise Graphitkreide, erzeugen einen weichen samtenen Strich, harte, wie zum Beispiel ein Kugelschreiber, eine entsprechend klare Linie auf der Unterseite. Halbtöne werden durch Anreiben mit dem Daumen oder Handballen erzeugt oder durch Verwendung von Farbflächen mit unterschiedlicher Fetthaltigkeit der Farbe. Bei Verwendung von Ölfarben sind ebenfalls Schattierungen durch Abtupfen mit einem Lappen oder Verdünnen der Farbe mit Terpentin möglich und bei einem Druck/Handabrieb auf Seidenpapier und ähnlichem Material erscheinen die Abzüge ähnlich einer Lithographie.

Mehrfarbige Monotypien bekommt man durch neu oder zusätzlich mit weiteren Farben eingewalzte Glasplatten. Durch die Verbindung beider Techniken erreicht man reizvolle Ergebnisse.

Durch Aneinanderreihen von Monotypien in der Senk- und Waagerechten erhält man Mosaike, die einen besonderen Reiz ausüben. Die Monotypie („ein einziges Bild“) ist somit eindeutig ein Original und kann nicht der herkömmlichen Druckgrafik zugerechnet werden, da das Hauptmerkmal der Druckgrafik, die Herstellung beliebig vieler (nahezu) identischer Abbildungen, nicht gegeben ist.

Nicht die Druckform bestimmt das Bild, sondern die Art und Weise, wie die Farbe auf eine ebene Fläche aufgetragen und davon abgenommen wird. Die Verbindung zur Druckgrafik ist darin zu sehen, dass die Bildfläche nicht direkt, sondern in mittelbarer Arbeitsweise bearbeitet wird. Die Monotypie ist daher eine Verbindung von Malerei, Zeichnung und Grafik.

Alle Quellen sh. Wikipedia.org

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